Projekt Studie Historischer Weinbau

Studie „Historischer Weinbau im Rheingau“ 

In Kürze
  • Der Verein setzt sich ein für die Erarbeitung eines touristischen Wegenetzes zur Verbindung relevanter Orte des historischen Weinbaus im Rheingau
  • Hierzu wird eine wissenschaftliche Untersuchung durch das Hermann Hoepke Institut der TH Bingen im Auftrag des Vereins durchgeführt
  • Förderung, bzw. Mitfinanzierung (Details am Ende der Seite) 
    • durch die Europäische Union und das Land Hessen
      (Teil LEADER Region Rheingau von Walluf bis Lorch)
    • durch die Stiftung Flughafen Frankfurt/Main
      (Teil östliches Anbaugebiet Rheingau von Wiesbaden bis Frankfurt a.M.)
    • durch das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
  • Präsentation am 27.6.2017 um 14 Uhr

Präsentation
Die Studie wird Mitte Juni 2017 fertiggestellt sein und auch Kenner des Rheingaus mit der Vielfalt seiner Gesamtschau überraschen. Gemeinsam mit dem Zweckverband, dem Weinbauverband und den hauptsächlichen Förderern will der Verein die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der interessierten Öffentlichkeit präsentieren.

Dienstag, 27. Juni von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr.
Großer Saal des Probeck’schen Hofes, 
Rheinweg 30, 65375 Oestrich-Winkel.

Um Anmeldung wird gebeten.


Das Projekt
Als geschichtsträchtiges Gebiet ist der Rheingau von Wegen durchzogen, die z.T. auch spezifischen Zwecken dienten, wie etwas Pilgerpfade oder auch Handelswege. Diese Tradition soll wiederbelebt werden, indem diese (bestehenden) Wege mit interessanten Angeboten der einzelnen Winzer zum historischen Weinbau verknüpft werden.

Typische Beispiele sind:
  • Die Demonstration historischer Erziehungsmethoden bei den Staatsweingütern und der Hochschule Geisenheim 
  • Weinberge mit historischen Rebsorten im Anbau und der Möglichkeit, diese auch im Weingut zu verkosten (alle Weingüter, die mitmachen)
  • Historische Ausbau-Methoden und Technologien (z.B. Korb-Pressen, alte Stück-Fässer) in den einzelnen Weingütern und der Einsatz von „Rücke-Pferden“ im Weingut Bausch
  • Öffentlich zugängliche weinbauliche Denkmäler, Ausstellungen und Monumente (z. B. historische Weinpressen, Abteilungen in den Heimatmuseen) in fast allen Gemeinden des Rheingaus.

Während die Verantwortung für die einzelnen Präsentationen bei den Weingütern bzw. Gemeinden liegt, ist der Verein für die „Infrastruktur“ zuständig:
  • Die Erfassung und Beschreibung der einzelnen Angebote 
  • Die – auch wegemäßige -  Vernetzung diese Angebote und
  • Die einheitliche Kommunikation durch Flyer, Web-Site, App etc.

Daraus ergeben sich folgende Aufgaben im Einzelnen:
  • Es sind alle relevanten, noch vorhandenen Aspekte des historischen Weinbaues im Rheingau zu erfassen und zu dokumentieren. 
  • Die Weingüter werden insbesondere durch die Kooperation mit dem Weinbau-Verband erreicht und zum Mitmachen motiviert.
  • Die einzelnen Punkte sollen dann durch ein geeignetes Wege-Netzwerk miteinander verbunden werden.
  • An touristischen Knotenpunkten (z.B. Bahnhöfe, größere Parkplätze) und den einzelnen Punkten sollen Schilder mit entsprechenden Hinwiesen aufgestellt werden, einmal über das Gesamtprojekt (mit Einordnungen: z.B. „Sie befinden sich hier“), dann aber auch besondere Erläuterungen zu den spezifischen Punkten. Dazu wird es nötig sein, nicht nur günstige Punkte zu identifizieren, sondern auch die entsprechenden Genehmigungen einzuholen.
  • Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Touristen-Organisationen umfasst z.B. auch die Schulung und Information von Wein- und Gästeführern. 
  • Die elektronischen und gedruckten Kommunikations-Materialien müssen erstellt werden, dazu gehören auch Logo, Slogan und wiederkehrende Signalfarben. 

Die wissenschaftliche Untersuchung
Im ersten Schritt sind alle Informationen zur Weinbauhistorie im Rheingau sowie eine Auswahl derjenigen Elemente der Weinhistorie zusammenzutragen, die zu einem Gesamtangebot zusammengefasst und durch historische Weinwege vernetzt werden können.

Hierfür wurde im Oktober 2016 eine wissenschaftliche Untersuchung "Historische Weinwege durch den Rheingau" in Auftrag gegeben, die aus organisatorischen Gründen zunächst nur den "Altkreis Rheingau" (von Walluf bis Lorch) umfasst. Das Weinbaugebiet Rheingau erstreckt sich aber weiter bis vor die Tore von Frankfurt am Main, was Gegenstand einer eigenen Untersuchung sein wird.

Im Einzelnen soll bearbeitet werden:
  • Bestandsaufnahme / Recherche der bisherigen Aktivitäten sowie Auswertung vorhandener Studien und Vorarbeiten zu folgenden Aspekten:
  • Geschichte des Weinanbaues im Rheingau (önologische Dimension), ein-schließlich historischer Rebsorten, Erziehungsarten, Ausbaumethoden und Vermarktung als Beitrag zur Biodiversität und weinbaulichen Ge-schmacksvielfalt
  • Rolle des Weinbaues in der Wirtschafts- und Sozial-Geschichte des Rheingaues
  • Historische Wege und Wegebeziehungen im Rheingau vor 1850 / 1900
  • Historische Kulturlandschaftselemente auf der Grundlage von KuLaDig (HLD), einschließlich historischer Elemente des Weinanbaus in der Land-schaft (Mauern, Einfassungen, Strukturen) und historisch bedeutsamer Weinberge aus Lagenbezeichnungen mit ihrer Geschichte
  • Historisch bedeutsame Weingüter und bauliche Anlagen des Weinbaus
  • Historisch bedeutsame Feste im Kontext des Weins
  • Kulturelle Überlieferungen sowie Geschichten und Texte mit einer Verortung
  • Analyse vorhandener Aktivitäten im Umfeld des Rheingaus im Hinblick auf mögliche Anknüpfungspunkte (z. B. Regionalpark Rhein-Main, Tage der Industriekultur, Hildegardweg Rüdesheim, Masterplan Regionalpark der Planungsgemeinschaft Rheinhessen Nahe, Naturpark Taunus)
  • Prüfung und Auswertung anderer Weinwegekonzepte in weiteren Weinanbaugebieten

Erstellt durch das Hermann Hoepke Institut der TH Bingen
Die wissenschaftliche Untersuchung wird durch das Hermann Hoepke Institut der TH Bingen in Verantwortung durch Frau Professor Dr. Elke Hietel im Auftrag des Vereins zur Förderung des Historischen Weinbaus im Rheingau e.V. erstellt.

Beschreibung: "Das Hermann Hoepke Institut (HHI, ehemals: Institute for Environmental Studies and Applied Research I.E.S.A.R.) vernetzt die Forschungsaktivitäten des Fachbereichs Life Sciences and Engineering der TH Bingen. Wir forschen, beraten und entwickeln Vorhaben in den Bereichen Energie, Agrar und Umwelt. So tragen wir zum Technologietrans-fer in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik bei. Unser Namensgeber Hermann Hoepke (1865-1928) begründete das Rheinische Technikum, aus dem sich die jetzige TH Bingen entwickelt hat. Informationen unter: https://www.th-bingen.de/forschung/hermann-hoepke-institut"

Die wissenschaftliche Untersuchung wird begleitet durch einen wissenschaftlichen Beirat, dem folgende Personen angehören:
  • Prof. Dr. Leo Gros als Vorsitzender
  • Prof. Dr. Ruth Fleuchhaus (Hochschule Heilbronn)
  • Prof. Dr. Klaus Werk (Hochschule Geisenheim University)
  • Prof. Dr. Roland Hermann (Universität Gießen) durch Dr. Jana Seidemann

Förderungen

Teil LEADER Region Rheingau von Walluf bis Lorch

Teil östliches Anbaugebiet Rheingau von Wiesbaden bis Frankfurt a.M.